Wir wollen die Welt verstehen und somit uns selbst. Aber kann man diese Welt, so wie sich aktuell zeigt, überhaupt verstehen? Nur mit dem Verstand wohl kaum. Diese kausalen „wenn-dann“-Erklärungsmuster führen uns nur im Kreis und machen uns schwindelig. Machen doch nur unruhig, aggressiv oder depressiv.
Wir suchen Antworten auf die Frage nach dem „Warum?“ und somit auf die Frage nach dem Sinn unseres Lebens. Ist nicht das ganze menschlichen Streben darauf ausgerichtet, einen Lebenssinn zu finden?
Unabhängig davon, ob wir für uns die Sinnfrage auch beantworten können. Schon allein die Frage nach dem Sinn ist menschlich sinnvoll.
Meine Wahrnehmung wird von meiner Lebenshaltung bestimmt, aus der heraus ich Ereignisse auf eine ganz bestimmte Weise deute und nach diesen Deutungen mein Verhalten ausrichte.
Damit wird auch angedeutet, dass Lebenserfahrungen nicht zufällig entstehen und nicht verallgemeinerbar sind. Sondern im Gegenteil – sie sind etwas sehr Individuelles, das mit konkreten Haltungen zusammenhängt, die wiederum bestimmte Wahrnehmungen zulassen und andere ausschließen.
Der entscheidende Punkt der Erfahrungsgestaltung liegt am Anfang des Wahrnehmungsprozesses, bei der Deutung von Ereignissen. Und hier hilft uns Achtsamkeit und „Reines Beobachten“ weiter.
Die Aufgabe einer Deutung besteht darin, Sinn in einer Wahrnehmung zu finden. Der Sinn eines Ereignisses entsteht erst, indem die erlebte Situation in einen bestimmten Zusammenhang, einem Kontext, gestellt wird.
Anscheinend versuchen wir ständig alle Wahrnehmungen in Deutungszusammenhänge einzuordnen, um Sinn zu finden. Der Mensch ist auch ein Sinn-Sucher. Auch wenn manchmal Unsinn dabei herauskommt Ohne Sinn fehlt jede Verhaltensmöglichkeit.
So kann ich feststellen, dass meine Lebenshaltung nie die Wahrheit über mein Leben ausdrückt, aber sie ist immer wirksam. Meine Haltung zum Leben lässt viele Erfahrungen so werden, wie es der Lebenshaltung eben entspricht. Ich selbst bringe so das Kunststück fertig, in der Vergangenheit entstandene Lebenserfahrungen zu wiederholen, zu kopieren und so zu bestätigen. Auch Erfahrungen, die mir nicht gut tun.
Literatur:
Heinz von Förster, Bernhard Pörksen: Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners; Carl-Auer-Systeme Verlag
John O. Stevens: Die Kunst der Wahrnehmung; Übungen der Gestalttherapie; Gütersloher Verlagshaus
Nyanaponika: Geistestraining durch Achtsamkeit; Buddhistische Handbibliothek; Verlag Beyerlein & Steinschulte
Sogyal Rinpoche: Das tibetische Buch vom Leben und Sterben; Fischer-Verlag
Paul Watzlawick: Wie wirklich ist die Wirklichkeit; Serie Piper
Sind wir nicht alle andauernd dabei Problem zu lösen?
Befinden wir uns nicht ständig in Situationen, in denen wir entscheiden müssen, was wir tun und wie wir uns verhalten. Immer wenn uns Alternativen offenstehen, können und müssen wir entscheiden. Welche der Alternativen wählen wir? Ob wir wollen oder nicht, ständig sind wir vor die Wahl gestellt, Entscheidungen zu treffen. Solche Situationen, in denen wir zwischen verschiedenen Verhaltensmöglichkeiten entscheiden müssen, könnten wir als Problemsituation bezeichnen.
Im ersten Impuls sucht jeder nach einer Lösung für sein Problem. Eine Lösung muss her. Die Lösung soll das Problem verschwinden lassen und den damit verbundenen Schmerz, die damit verbundenen Schwierigkeiten auflösen. Doch wir wissen ja allzu gut, dass jede Lösung das nächste Problem schon in sich trägt.
Doch manchmal denke ich, ich sollte aufhören nach Lösungen zu suchen und das annehmen, was gerade geschieht. Probleme nicht loswerden wollen, sondern mich darauf einlassen und damit umgehen. Die Bereitschaft haben, mich meinen Problemen zuzuwenden. Und vielleicht kann ich die darin enthaltene Aufforderung zur persönlichen Veränderung entdecken.
Besteht der Sinn eines Problems vielleicht auch darin, aus der Enge meiner nicht mehr passenden Lebenshaltung auszubrechen? Doch das ist alles leichter gesagt als getan. Solche Veränderungen bereiten auch Angst.
Wo ist aber die Grenze? Wir leben in Grenzen und diese Grenzen machen unser Leben eng. Die Enge in den Grenzen ist auch der Anfang der Angst. Enge und Angst hängen zusammen. Die Angst kommt aus der Enge.
In der biblischen Seelenkunde wird erläutert, dass Hiob eine Traumgestalt ist und einen bestimmten Menschentypus beschreibt. Und dieser Typus lebt in jedem von uns. Man meint den Feind, den Störenfried, den der Mensch in sich selber hat. Es ist die Auseinandersetzung von Gut und Böse in uns. Ein Kampf, der immer wieder in uns stattfindet.
Denn wir haben nicht nur das Konstruktive sondern auch das Destruktive in uns. Manchmal unterdrücken wir es, manchmal bricht es aus uns heraus. Und dort wo es zum Vorschein kommt, dort mag ich mich selber nicht, ist es mir immer wieder ein Ärgernis. Und doch ist es da, auch wenn ich es wegdrücke, nicht wahrhaben will.
Es ist der Widerspruch, den wir in uns spüren. Die Wahrheit, die ich mir so mühsam zusammenkonstruiert habe, wirft eigentlich viele Widersprüche auf. Es ist immer ein Gegensatz da, und ich kann mich mit meinem Leben nicht zufriedengeben, wenn ich mich nicht mit dem Störenfried, der es immer hinterfragt, aufwühlt, bedroht, auseinandersetze. Denn: „Die Wahrheit ist die Erfindung eines Lügners“.
Wenn man so auf sein Leben schaut, verändert sich doch vieles – wenn nicht alles. Der Körper, die Erwartungen an das Leben, Lebensziele, Pläne, Meinungen, Ideen, Vorstellungen, Hoffnungen, die Art und Weise des Denkens und Fühlens. Beziehungen verändern sich oder lösen sich auf, Freundschaften entstehen, entwickeln sich und enden.
Unvorhersehbare Schicksalsschläge greifen in das Leben ein, bedrohen es. Eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Immer wieder Probleme und Störungen – ob ich das will oder nicht – ich werde nicht gefragt. Es passiert einfach.
Wenn wir in Schwierigkeiten sind – und irgendwie sind wir immer in irgendwelchen Schwierigkeiten – meldet sich bei uns als erstes ein Bedürfnis, den Sinn dessen, was uns geschieht, zu erfahren. Die erste Frage ist „Warum ich?“, doch darauf findet man selten eine befriedigende Antwort – wie denn auch – was ist denn daran schon sinnvoll – und dann taucht irgendwann die Frage auf „Wie damit umgehen?“
Dass ich den Feind, den Störenfried in mir selber habe, das vergesse ich gerne, verdrängen es. Und man weiß heute, dass sich das, was man verdrängt, umso nachdrücklicher in einem zu Wort meldet.
Von Kindesbeinen an gibt es Menschen um uns herum, die uns sagen, was wir zu tun und zu lassen haben. Die eigenen Eltern fangen damit in aller Regel an und legen so den Grundstein, dann folgen Lehrer, Lebenspartner, Vorgesetzte und auch das Unternehmen, in dem man arbeitet. Alle stellen für uns verbale und non-verbale Regeln, Gebote, Prinzipien, Verbote und Leitlinien darüber auf, wie wir uns zu verhalten haben.
Wohl gemerkt, auch wir wirken in unseren Rollen als Eltern, Partner, Führungskraft, auf unsere Umwelt ein.
Im diesem Podcast erhältst Du einen Einblick in drei TA-Konzepte, die sich mit der Frage, wie das Verhalten eines Menschen mit seiner Vergangenheit – die TA spricht hier von Lebensdrehbuch – zusammenhängt.
Lebens-Skript – Der unbewußte Lebensplan
Antreiber und innere Stessoren – kritische Eltern-Botschaften
Erlaubnisse – unterstützende Eltern-Botschaften
Literatur:
Berne, Eric: Was sagen Sie, nachdem Sie `Guten Tag´ gesagt haben?, Fischer-Taschenbuch Verlag, 1995
Berne, Eric: Spiele der Erwachsenen, rororo, 1970
Gührs, Manfred/Nowak Claus: Ein Leitfaden für Beratung, Unterricht und Mitarbeiterführung mit Konzepten der Transaktionsanalyse, Limmer Verlag, 1995
Harris, Thomas A.: Ich bin o.k. – Du bist o.k., Reinbek bei Hamburg, rororo, 1997
Stewart, Ian, Joines, Vann: Die Transaktionsanalyse – Eine Einführung in die TA, Herder, 1990
Eric Berne hat in seinem Buch „Spiele der Erwachsenen“, Spiele definiert, als:
Eine fortlaufende Reihe einfacher verdeckter Transaktionen, die zu einem gut erkenntlichen, vorhersehbaren Ausgang führen. Dieser vorhersehbare Ausgang oder „Nutzeneffekt“ besteht aus einem schlechten Gefühl bei einem oder allen am Spiel beteiligten.
Berne hat hierfür eine Spielformel entwickelt:
Spieleinladung des ersten Spielers als attraktive Falle + das Spielinteresse und der „Wunde-Punkt“ des zweiten Spielers = eine Reihe von scheinbar harmlosen Transaktionen —> Wechsel des Ich-Zustandes —> Moment der Irritation —> Auszahlung als Nutzeneffekt
Bei der Analyse von psychologischen Spielen lassen sich drei verschiedene Rollen beschreiben. Die Dynamik, die im Zusammenspiel dieser Rollen entsteht, wird in der TA als Drama-Dreieck bezeichnet.
Verfolger
Retter
Opfer
Literatur:
Berne, Eric: Was sagen Sie, nachdem Sie `Guten Tag´ gesagt haben?, Fischer-Taschenbuch Verlag, 1995
Berne, Eric: Spiele der Erwachsenen, rororo, 1970
Gührs, Manfred/Nowak Claus: Ein Leitfaden für Beratung, Unterricht und Mitarbeiterführung mit Konzepten der Transaktionsanalyse, Limmer Verlag, 1995
Harris, Thomas A.: Ich bin o.k. – Du bist o.k., Reinbek bei Hamburg, rororo, 1997
Stewart, Ian, Joines, Vann: Die Transaktionsanalyse – Eine Einführung in die TA, Herder, 1990
In dieser kleinen Episodenreihe stelle ich einige Grundkonzepte der Transaktionsanalyse vor, die vielleicht neugierig auf mehr machen können. Die Transaktionsanalyse, ist ein vom amerikanischen Psychoanalytiker Eric Berne im 20. Jahrhundert entwickeltes psychotherapeutisches Verfahren, das uns eine bessere Einsicht in die unterschiedlichen Beziehungen zu anderen und zu uns selbst gibt.
Als ein Erklärung-Modell für zwischenmenschliche Kommunikation bietet die Transaktionsanalyse die sogenannten Transaktionen an. Transaktionen sind der Namensgeber der TA. Sie befassen sich mit dem, was in der Kommunikation zwischen zwei Menschen abläuft.
Eric Berne definiert eine Transaktion als „kleinste, vollständige Grundeinheit der Kommunikation“. Sie besteht aus einem Stimulus (einer Bemerkung, einer Frage, einer Gestik) und einer darauf folgenden Reaktion (Antwort). Transaktionen werden sowohl verbal als auch nonverbal (Körpersprache) geäußert.
Berne hat drei Kommunikationsmuster beschrieben, denen unsere Kommunikation folgt
Parallel-Transaktionen
Kreuz-Transaktionen
Verdeckten Transaktionen
Literatur:
Berne, Eric: Was sagen Sie, nachdem Sie `Guten Tag´ gesagt haben?, Fischer-Taschenbuch Verlag, 1995
Berne, Eric: Spiele der Erwachsenen, rororo, 1970
Gührs, Manfred/Nowak Claus: Ein Leitfaden für Beratung, Unterricht und Mitarbeiterführung mit Konzepten der Transaktionsanalyse, Limmer Verlag, 1995
Harris, Thomas A.: Ich bin o.k. – Du bist o.k., Reinbek bei Hamburg, rororo, 1997
Stewart, Ian, Joines, Vann: Die Transaktionsanalyse – Eine Einführung in die TA, Herder, 1990
Wann immer Menschen zusammenkommen, können wir beobachten, dass sie sich unterschiedlich verhalten, wobei sogar ein- und derselbe Mensch beispielsweise während eines Gesprächs seinen Verhaltensstil – manchmal auch überraschend schnell – ändern kann.
Einmal gibt er sich kreativ und ideenreich oder zurückhaltend und angepasst oder trotzig und rebellisch dann wieder kritisierend und herablassend oder fürsorglich und unterstützend, dann wieder sachlich, rational und problem-lösungsorientiert.
Diese Verhaltensweisen ordnet die Transaktionsanalyse (TA) verschiedenen Persönlichkeitsbereichen, den sogenannten Ich-Zuständen, zu.
Ein Ich-Zustand ist die Gesamtheit von zusammenhängenden Verhaltensweisen, Denkmustern und Gefühlen. Es ist die Art und Weise, in der wir einen Teil unserer Persönlichkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt äußern.
In der betrieblichen Praxis gibt einige Bedenken und Vorbehalte gegen das formale Beurteilungsgespräch. Die Frage lautet „warum?“
Täglich beurteilen wir unsere Mitmenschen und sei es nur scheibchenweise. Hier ein Scheibchen Kritik oder Ungeduld, dort ein Scheibchen Lob und Anerkennung.
Wenn etwas Alltäglich ist: Warum gibt es dann immer wieder Widerstände gegen ein offenes Beurteilungsgespräch als Führungshilfe?
Haben wir vielleicht ungute Erinnerungen an Kritik und Bestrafungen aus unserer Kindheit, an strenge und uneinsichtige Lehrer oder Chefs?
Fühlen wir uns unsicher mit unseren Argumenten und Begründungen? Fürchten wir um unsere Autorität, wenn der Mitarbeiter zur berechtigten Gegen-Kritik ansetzt?
Oder fehlt nur die Übung – hier lässt sich allerdings Abhilfe schaffen – durch Üben.
Es gibt sicher einige Gründe, Beurteilungsgespräche für eine schwierige Führungsaufgabe zu halten, aber keinen Grund, sie zu unterlassen.